Wildtierverbot in Zirkussen

Wildtierverbot in Zirkussen

Ein für mich persönlich absolut wichtiges Thema, über das ich auch sehr gerne diskutiere ist das “Wildtierverbot in Zirkussen“. Selbst auf dem Frankfurter Festplatz, glaube ich zumindest, finden immer wieder Zirkusveranstaltungen statt, bei denen auch wilde Tiere “auftreten“. Dass das Verhalten, welches die Tiere in der Manege an den Tag legen natürlich nicht naturgemäß ist, muss ich wohl niemandem erzählen. Dennoch zieren sich Städte, Gemeinden, Bundesländer und vor allem die Bundesrepublik vor einem flächendeckenden Wildtierverbot in Zirkussen.

Halbgare Verordnung zum Schutz von Tieren im Zirkus

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) stellte im November 2020 den Entwurf einer Verordnung zum Schutz von Tieren in Zirkussen vor. Hier sollen konkrete Anforderungen für die Haltung im Zirkus und der Transportdauer festgelegt werden. Zudem soll in Zukunft verhindert werden, dass reisende Zirkusbetriebe weitere Elefanten, Giraffen, Nashörner, Flusspferde, Großbären oder Primaten zulegen. Allerdings ist dieser Entwurf weit weg von einer Besserung für die teils abartig zur Schau gestellten Tiere. Zum Einen umfasst das Verbot nur Tierarten, welche nur noch von wenigen Zirkusbetrieben gehalten werden und nimmt andere Tierarten wie Löwen und Tiger, Seelöwen oder Zebras komplett raus. Allerdings kündigte Frau Klöckner an, dass im weiteren Verlauf auch die Verbotsliste erweitert werden könne – etwa um Großkatzen, die in deutschen Zirkussen die zahlenmäßig am häufigsten missbrauchten Wildtiere sind. Man müsse allerdings für jede Tierart separat nachweisen, dass ihnen durch die Haltung und Zurschaustellung im Zirkus erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt werden. Frau Klöckner bemerkte auch, dass es gegen ein Verbot „erhebliche Widerstände“ gibt.

Training kompensiert keine kleinen Gehege

Häufig wird behauptet, das “Training” der Tiere fördere die Bewegung (und gleiche sogar aus, was durch minimalistische Haltungsformen und lange Transporte fehle) und stärke auch das kognitive Verhalten. Doch bereits 2016 gab der Bundesrat bekannt, dass das Training von Wildtieren nicht dazu geeignet ist, um die kleinen Gehege zu kompensieren. Ach, echt?

Deutschland mal wieder Schlusslicht

Deutschland gehört zu den Schlusslichtern in Europa und zu den wenigen Ländern in der EU, die keine Regelungen zu Wildtieren im Zirkus getroffen haben“, sagt Katharina Lameter von ProWildlife. 23 europäische Länder haben bereits ein generelles Wildtierverbot im Zirkus beschlossen, fünf weitere europäische Länder verbieten bestimmte Tierarten wie Elefanten und Löwen. [Stand 2019]

Viele Kommunen wollen auf ihrem Grund keine Zirkusse mit Wildtieren dulden und behelfen sich mit Verboten. „Da die Bundesregierung nicht handelt, müssen die Gemeinden und Städte mit solchen Notlösungen helfen. Für uns ist das ein unhaltbarer Zustand, der dringend beseitigt werden muss“, so Lameter weiter.

Umfragen zeigen immer wieder, dass die Mehrheit der Deutschen keine Wildtiere im Zirkus sehen will. „Die meisten Menschen wissen, dass es Tierquälerei ist, einen Elefanten in der Manege Kopfstand machen zu lassen oder Löwen zu zwingen unsinnige Kunststücke vorzuführen.

Besuchen Sie Zirkusse ohne Tiere!

Ein tolles Beispiel für tier-freie Manegen ist der Zirkus Roncalli, welcher seit langer Zeit ohne Tiere auskommt und mit Spaß und Akrobatik begeistert!