Themenreihe: A5-Neubaugebiet, Wasserschutzgebiet

Themenreihe: A5-Neubaugebiet, Wasserschutzgebiet

Auch Quellen und Brunnen versiegen,
wenn man zu viel und zu oft aus ihnen schöpft.

Demosthenes, griech. Philosoph/Redner, 384 v. Chr. – 322 v. Chr.

Wasser ist die wichtigste Voraussetzung für alles Leben auf der Erde. Es ist unverzichtbarer Bestandteil des Naturhaushaltes. Wasser ist der chemische Grundbaustein für Organismen, Lebensraum, Lösungsmittel und – über seine Aggregatzustände – Energieträger. Der Mensch, beispielsweise, besteht zu etwa 60 % aus Wasser und er nutzt Wasser in jeglicher Form. Dabei hat der Mensch auch gelernt sowohl mit Quellen, als auch mit Wassergebieten sorgsam umzugehen – meistens.


Auch im Bezug auf das A5-Neubaugebiet im Frankfurter Norden spielt Wasser eine große Rolle. Genau genommen muss hier das geplante Wasserschutzgebiet Praunheim 2 unter die Lupe genommen werden, denn dieses ist durch die geplante Bebauung gefährdet. Der Betreiber des bereits bestehenden Wasserwerk in Praunheim, die Hessenwasser GmbH, spricht sich klar für eine Ausweisung zum Wasserschutzgebiet aus. „Es ist für die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Frankfurt maßgeblich“, sagt Pressesprecher Hubert Schreiber. Das Wasserwerk Praunheim 2 pumpt bereits jetzt mehr als 25% des Frankfurter Trinkwassers. Man sollte an dieser Stelle klar erwähnen, dass durch eine Ansiedlung von bis zu 30.000 neuen Bewohnern in diesem Bereich, der Wasserverbrauch immens steigen würde. Das benötigte Trinkwasser müsste dann wohl aus dem Hessischen Ried und dem Vogelsberg entnommen werden, was dort in der Vergangenheit schon häufig zu Problemen geführt hat. „Als Hochpunkt erfüllt das Praunheimer Werk auch die Aufgabe, den erforderlichen Netzdruck sicherzustellen, der unter anderem für die Versorgung von Heddernheim und Niederursel erforderlich ist“, erklärt Schreiber. In trockenen Zeiten stützt es die Versorgung über das gesamte Stadtnetz, unterstreicht Schreiber. Das Werk müsse langfristig gesichert werden, zumal die Stadt ja auch wachse, was den Betrieb unverzichtbar mache


Geplantes Wasserschutzgebiet, Screenshot vom GruSchu Hessen, 2021²

Aus meiner Sicht ist das Thema Wasser und Wasserschutzgebiet ein immenses Argument gegen eine Bebauung der Flächen im Frankfurter Norden bis hin nach Steinbach/Weißkirchen. Wenn die Hessenwasser GmbH bereits seit längerem das Gebiet im Bezug auf die Trinkwasserversorgung von Frankfurt – bereits ohne neuen Stadtteil – für unabdingbar hält, vertraue ich auf deren Fachwissen und Expertise.


Auch Wolf-Rüdiger Hansen vom Bürgerverein Brücke 71, welcher sich mit großer Leidenschaft für die Erhaltung der Flächen einsetzt, kritisiert die Bebauungspläne: Die Flur des neuen Stadtteils liegt überwiegend im Bereich des Wasserschutzgebietes. Die Obere Wasserbehörde analysiert gerade die Grundwasserströme, um das Gebiet final festzusetzen. Man muss befürchten, dass das Grundwasser durch den Bau von Straßen, Schienen, Wohn- und Gewerbehäusern beeinträchtigt würde. Das Wasserwerk fördert aber 25 Prozent und mehr des Wassers, das Frankfurt auf eigener Flur noch pumpt. Im Waldzustandsbericht wird das Wasserthema aufgegriffen. Da steht geschrieben, dass Frankfurt ggf. mehr Wasser von außen beziehen müsse, also aus dem Hessischen Ried und vom Vogelsberg. Das ist aber kaum möglich.” ³


Das Thema Wasser und Wasserschutzgebiet beim geplanten A5-Neubaugebiet – häufig auch Josef-Stadt genannt – war für mich der perfekte Einstieg in meine Themenreihe. Wasser ist unser allerwichtigster Lebensstoff und wir sollten keinesfalls aufhören, dieses zu schützen. Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag ein wenig zum Nachdenken anregen und ggf. auch ein wenig Aufklärung leisten. Sollten Sie weitere Ideen und Inhalte zum Thema vermissen, schreiben Sie mir gerne über das Kontaktformular oder per Mail.


Quellen/Legenden

¹ Zitate aus der FR, Beitrag vom 19.01.2019
² Screenshot aus dem GruSchu Hessen mit eingezeichneten, geplanten Wasserschutzgebiet
³ Zitat aus der 1. Sitzung des OBR8 am 06.05.2021

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